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Die Geschichte der industriellen Parkettproduktion
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Mit der Industrialisierung begann Mitte des 19. Jahrhunderts auch die maschinelle Produktion von Parkett. Statt aus breiten Dielen bestand es aus schmaleren Stäben, aus denen man die noch heute bekannten Verband-, Würfel- oder Fischgrätmuster verlegen konnte. Auch Bordüren wurden bereits in der Werkstatt als Tafeln vorgefertigt und an das bereits verlegte Parkett angepasst.
Anfangs wurden die Parkettstäbe auf einen hölzernen Unterboden vernagelt, doch nachdem es immer mehr Betondecken gab, ging man zum Verkleben der Stäbe auf eine Asphaltschicht über. Weil sich die Handwerker an dem heißen Asphalt oft die Finger verbrannten, wurden schon bald Klebstoffe entwickelt, die sich kalt verarbeiten ließen. Die neuen Verlegemittel erlaubten zügiges Arbeiten und eine sichere Verbindung mit dem Untergrund.
Mosaikparkett
Der Siegeszug des Mosaikparketts begann, als ein Franzose 1926 eine Maschine zur Herstellung kleiner Parkettlamellen patentierte. Er setzte die Lamellen zu Tafeln zusammen, die er an der Oberseite mit Papier zusammenhielt. Zehn Jahre später erwarb ein Schweizer das Patent für den „aus Holzstücken zusammengesetzten Belag für Fußböden und Wände“ und entwickelte eine Methode, die Lamellen fugenlos zu verkleben. Störend war nur noch das Papier auf der Oberseite, welches nach dem Verlegen mit Wasser aufgeweicht und abgezogen werden musste: Man ersetzte es durch ein Netz aus Kunstfasern an der Unterseite des Mosaikparketts.
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Bild: In einem modernen Parkettwerk werden Holzlamellen maschinell hergestellt. (Foto: Jaso)
Mehrschichtparkett
Einen anderen Ansatz verfolgte ein Schwede, der die Lamellen auf eine Holzplatte aufbrachte und die kompletten Elemente werksseitig versiegelte. Er patentierte 1947 das erste Dreischichtparkett. Noch konnte sich dieses so genannte Fertigparkett nicht gegen das Mosaikparkett durchsetzen, da es auf Grund der damals relativ geringen Lohnkosten für das Verlegen keinen Preisvorteil hatte. Doch das änderte sich bald, und heute ist das dreischichtige Parkett der häufigste Holzboden.
Wurde Parkett lange Zeit überwiegend bei Neubauten eingesetzt, werden Renovierungen für Handwerk und Hersteller von Bodenbelägen zu einem immer wichtigeren Markt. Diese Entwicklung spielte eine Rolle für die Verbreitung von Zweischichtparkett, das in den 1970er Jahren in der Schweiz entstand. Mit seinem relativ dünnen Aufbau eignet es sich gut, um beispielsweise einen Teppichboden bei der Renovierung zu ersetzen, und zwar ohne Stolperkanten und Probleme mit Türschwellen.
Aufschwung für moderne Holzböden
Die industrielle Produktion machte Parkettböden für jedermann erschwinglich. Neue Konstruktionen und Verlegearten vergrößerten den Einsatzbereich für Holzböden, und durch die in den 1950er Jahren perfektionierte Versiegelung der Oberfläche wurde das Parkett außerdem pflegeleicht. Zugleich wurde das Handwerk immer professioneller; so gibt es in Deutschland seit den 1970er Jahren den Ausbildungsberuf des Parkettlegers.
In der Folge nahm der moderne Bodenbelag aus Holz einen beachtlichen Aufschwung: Heute stellt die deutsche Parkettindustrie jährlich mehr als 12 Millionen Quadratmeter Parkett her.
Teil 1: Geschichte des Parketts
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