{"id":2331,"date":"2023-06-07T09:57:48","date_gmt":"2023-06-07T07:57:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.parkett.de\/blog\/?p=2331"},"modified":"2023-06-07T09:57:48","modified_gmt":"2023-06-07T07:57:48","slug":"parkett-franzoesische-eiche-in-deutschland-zuhause-und-umgekehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.parkett.de\/blog\/parkett-franzoesische-eiche-in-deutschland-zuhause-und-umgekehrt\/","title":{"rendered":"Parkett: <\/br>Franz\u00f6sische Eiche in Deutschland zuhause, und umgekehrt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bad Honnef. Spricht man dieser Tage \u00fcber franz\u00f6sische Eiche, so mag man zuerst an Notre Dame de Paris denken. Viele Hundert Eichen werden beim Wiederaufbau f\u00fcr das Innenleben der ber\u00fchmten Kathedrale ben\u00f6tigt, so f\u00fcr den Dachstuhl. Weniger bekannt: Nicht nur ganz oben im Gew\u00f6lbe von Notre Dame, sondern auch unter unseren F\u00fc\u00dfen findet sich franz\u00f6sische Eiche: F\u00fcr Parkett ist Eiche das beliebteste Holz, in Deutschland wie in Frankreich. Grenz\u00fcberschreitende Parkett-Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich belebt heute jahrhundertealte Handwerks- und Holzbearbeitungs-Kunst.<\/strong><\/p>\n<p>Holzb\u00f6den haben in Europa lange Tradition. Schon aus dem Mittelalter, also seit knapp 1.000 Jahren, sind Holzb\u00f6den bekannt. Doch wurden zun\u00e4chst einfach Bohlen verlegt. Sp\u00e4ter verwendete man Nadelh\u00f6lzer wie Fichte, Kiefer oder Tanne als Dielen. Parkett aus Laubholz wie wir es heute kennen, kam erst im 16. Jahrhundert als repr\u00e4sentativer Bodenbelag auf. Am Erfolg hatten Frankreichs K\u00f6nige des Absolutismus stilpr\u00e4gend ihren Anteil \u2013 nicht umsonst ist Versailler Tafelparkett bis heute als edle Verlegeart renommiert, ebenso wie franz\u00f6sisches Fischgr\u00e4t. Diese Tradition ist lebendig, und so ist es nicht unbedingt deutsche Eiche, sondern oft auch franz\u00f6sische, die uns in S\u00e4len tanzen, im Theater staunen, zuhause auf Parkett chillen oder im B\u00fcro arbeiten l\u00e4sst. So im Berliner Haus des Holzes: Das Hochkantlamellenparkett im Parterre des Verbandshauses wurde im Schwarzwald beim Unternehmen Jaso gefertigt. \u201eDas Schnittholz beziehen wir aus Frankreich, so auch f\u00fcr das Mehrzweckparkett im Haus des Holzes\u201c, erkl\u00e4rt Unternehmenschef Michael Schmid. Im Badischen hat es Schmid, er ist auch Vorsitzender des Verbands der Deutschen Parkettindustrie (vdp), nicht weit zu seinen Lieferanten links des Rheins.<\/p>\n<p>Laut Angaben des Verbandes der franz\u00f6sischen Parkettindustrie entfallen auf Eichenwald rund 5,5 Millionen Hektar oder 41 Prozent der Waldfl\u00e4che im Land. Frankreichs Eichen-Exporte werden, wie im Haus des Holzes, teils f\u00fcr deutsches Parkett verwandt. Auch Deutschland besitzt ausgiebige Eichenvorkommen, gut ein Zehntel der deutschen Holzbodenfl\u00e4che entf\u00e4llt auf Eiche. Allerdings wurde zuletzt immer mehr Eichenholzvorrat in den W\u00e4ldern aufgebaut, statt die Vorr\u00e4te nachhaltig zu nutzen. Denn Holznutzung im Parkett bedeutet Klimaschutz: im Parkett wie auch in anderen langlebigen Holzprodukten ist das w\u00e4hrend des Baumwachstums gebundene Treibhausgas Kohlendioxid gut aufgehoben. \u201eSei es als Massivholz- oder als das heute weit verbreitete Mehrschichtparkett. Heimisches Parkett aus Europa ist der Kohlenstoffspeicher Nummer eins unter den Fu\u00dfb\u00f6den\u201c, sagt Schmid.<\/p>\n<p><strong>Das Palais der sp\u00e4teren K\u00f6nigin mit Parkett aus Hessens Kellerwald renoviert<\/strong><br \/>\nWie langlebig Holz als Bodenbelag und Kohlenstoffspeicher in gut gebauten H\u00e4usern ist, wei\u00df Kurt G\u00f6tz, Co-Eigent\u00fcmer des Palais Stanislas im franz\u00f6sischen Wissembourg, wenige Kilometer hinter der deutschen Grenze im n\u00f6rdlichen Elsass. Das Palais, von Grund auf renoviert, beherbergte vor rund 300 Jahren bis 1725 den polnischen Exilk\u00f6nig Stanis\u0142aw Bogus\u0142aw Leszczy\u0144ski und seine Tochter, die sp\u00e4tere Gemahlin des franz\u00f6sischen K\u00f6nigs Ludwig XV. G\u00f6tz fand in dem sp\u00e4ter als Geburtsklinik wie auch als Altersheim genutzten Palais viel historische Substanz, auch in den Holzb\u00f6den vor. F\u00fcr das neu zu verlegende Parkett in dem Palais, das 15 Jahre lang leer stand, entschied man sich f\u00fcr Versailler Tafel. Getreu dem historischen Vorbild im Schloss Versailles hat das neue Parkett in Wissembourg eine Kantenl\u00e4nge von einem Meter. Wie Stanislas, der Exilk\u00f6nig aus Polen, h\u00e4ufig nach Nordosten in die alte Heimat, geschaut haben mag, so tat Kurt G\u00f6tz das auf der Suche nach dem Parkettlieferanten \u2013 und wurde in Hessen f\u00fcndig, wo das Eichenholz des Unternehmens Dr\u00fcsedau f\u00fcr dessen Massivholz-Parkett aus dem Kellerwald stammt. Das Massivholz aus der Manufaktur in Nordhessen wurde dann in Kooperation mit der Pf\u00e4lzischen Parkettfabrik aus Weidenthal von der Fa. H\u00e4mer verlegt. Dabei wurde das Parkett geb\u00fcrstet, nicht geschliffen. \u201eDie weichen Holzfasern werden durch das B\u00fcrsten aus dem Parkett quasi ausgek\u00e4mmt und das Holz erh\u00e4lt damit eine besonders sch\u00f6ne Struktur\u201c, erl\u00e4utert Parkettleger Sebastian Zwingmann. Die Versailler Tafel wurde in Wissembourg parallel, aber auch diagonal verlegt und anschlie\u00dfend ge\u00f6lt. \u201eOptisch und qualitativ ist das Parkett ein echter Hingucker\u201d, freut sich G\u00f6tz und sagt: \u201eDie B\u00f6den sollen am besten bis ins n\u00e4chste Jahrhundert und dar\u00fcber hinaus Bestand haben.\u201d<\/p>\n<p><strong>Showroom speziell f\u00fcr Architekten<\/strong><br \/>\nNicht nur in Wissembourg wei\u00df man in Frankreich um die Qualit\u00e4t von deutschem Parkett. Das zeigt die Handelsbilanz: Knapp 600.000 Quadratmeter Parkett nahm Frankreich im vergangenen Jahr von rechts des Rheins auf. Damit rangierte Frankreich hinter \u00d6sterreich, der Schweiz und Belgien auf Platz vier der Abnehmer von Parkett aus Deutschland. \u00a0Freilich macht Versailler Tafelparkett, wie es in Wissembourg verlegt ist, nur einen kleinen Teil der Ware aus.<\/p>\n<p>Wie sich die Deutschen in Sachen Verlegetechnik einst einiges in Frankreich abschauten, so ist heute neben handwerklichem K\u00f6nnen auch Knowhow in Sachen Marketing und Vertrieb f\u00fcrs Parkett gefragt. Eine innovative Kooperation in Frankreich hat da vor kurzem der deutsche Parketthersteller Parador begonnen. Das Coesfelder Unternehmen ist im <a href=\"https:\/\/scnem2.com\/goto.php?l=gwhxwz.2qb5nlq,u=8bdba58ab762b30a87da76915023e63f,n=5twlf.11280dn,art_id=5twlf.11280dn\"><strong>neuartigen Showroom-Konzept Dec\u00f3<\/strong><\/a> in Lyon vertreten. Der Showroom richtet sich speziell an Architekten und Objekteure. Neben der dauerhaften Ausstellung, die sich \u00fcber 2.500 Quadratmeter im Innenbereich sowie weitere 1.500 Quadratmeter im Au\u00dfenbereich erstreckt, l\u00e4dt der Betreiber regelm\u00e4\u00dfig zu Veranstaltungen f\u00fcr Architekten ein. \u201eInnovative Marketingkonzepte, sei es in europ\u00e4ischen Nachbarl\u00e4ndern oder hierzulande, sind f\u00fcr unsere Hersteller h\u00f6chst willkommen\u201c, betont der vdp-Vorsitzende Schmid und erg\u00e4nzt: \u201eIn Zeiten, da immer mehr Billigimporte aus Fernost den europ\u00e4ischen Markt \u00fcberschwemmen, gilt es, die europ\u00e4ische Tradition zu vergegenw\u00e4rtigen: von der Rohstoffherkunft \u00fcber die fachgerechte Holzauswahl zur qualitativen Parkettfertigung bis zu den meisterhaften Verlegemustern und -stilen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bild 1:<\/strong><br \/>\nHochkantlamellenparkett aus franz\u00f6sischer Eiche im Haus des Holzes in Berlin. Bildquelle: vdp\/Knebel<\/p>\n<p><strong>Bild 2:<\/strong><br \/>\nVersailler Tafelparkett, verlegt im franz\u00f6sischen Wissembourg. Bildquelle: H\u00e4mer-Parkett, Karlsruhe.<\/p>\n<p><strong>Bild 3:<\/strong><br \/>\nGeb\u00fcrstet, nicht geschliffen: Detailansicht des Versailler Tafelparketts im franz\u00f6sischen Wissembourg. Bildquelle: H\u00e4mer-Parkett<\/p>\n<p><strong>Bild 4:<\/strong><br \/>\nShowroom in Lyon. Bildquelle: Parador<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V.<\/strong><\/p>\n<p>Der Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. (vdp) wurde 1950 in Wiesbaden gegr\u00fcndet. Seit 2006 befindet sich die Gesch\u00e4ftsstelle in Bad Honnef. Zurzeit sind 22 Parkett-Hersteller im vdp organisiert, die mehr als 90 Prozent der deutschen Parkettproduktion repr\u00e4sentieren. Auf seiner Website <a href=\"https:\/\/scnem2.com\/goto.php?l=gwhxx4.1fl0ih6,u=8bdba58ab762b30a87da76915023e63f,n=5twlf.11280dn,art_id=5twlf.11280dn\"><strong>www.parkett.de<\/strong><\/a> informiert der vdp Fachleute und Endverbraucher \u00fcber alles Wissenswerte rund um das Parkett.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pressekontakt:<\/strong><br \/>\nHauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie e.V.<br \/>\nChausseestra\u00dfe 99, 10115 Berlin<br \/>\nAlexander Knebel<br \/>\n<a href=\"mailto:alexander.knebel@holzindustrie.de\"><strong>alexander.knebel@holzindustrie.de<\/strong><\/a><br \/>\n0151-25006883<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bad Honnef. Spricht man dieser Tage \u00fcber franz\u00f6sische Eiche, so mag man zuerst an Notre Dame de Paris denken. Viele Hundert Eichen werden beim Wiederaufbau f\u00fcr das Innenleben der ber\u00fchmten Kathedrale ben\u00f6tigt, so f\u00fcr den Dachstuhl. 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