Von Michael Schmid, Erster Vorsitzender des Verbandes der deutschen Parkettindustrie e.V.
In einem hart umkämpften Marktumfeld befindet sich die deutsche Parkettindustrie weiterhin auf einem guten Weg die Krisen bedingten Rückgänge der Jahre 2008 und 2009 wieder auszugleichen. Während in den Jahren 2008 und 2009 die Parkettproduktion noch um jeweils 12,5 Prozent deutlich zurückgegangen ist (Wert: 8,2 Mio. m2), konnte sie sich im Jahr 2010 bereits um 13,2 Prozent auf 9,3 Mio. Quadratmeter erholen. Aktuell stabilisiert sich diese Entwicklung zusehends, so konnte die Parkettproduktion in den ersten drei Quartalen um 0,5 Prozent auf bereits 6,9 Millionen Quadratmeter wachsen.
Als besondere Herausforderung erleben die deutschen Parketthersteller derzeit die massiven Kostensteigerungen in den Bereichen Rohstoffe, Materialien und Energie. Aufgrund der zunehmenden Nutzungskonkurrenz um den Rohstoff Holz und wegen des künstlich verknappten Angebots ist es hier zu einer drastischen Verteuerung gekommen. Wie sich aus einer internen Verbandsumfrage ergeben hat, haben sich die Beschaffungskosten für Nadelholz (Mittellage) nach dramatischer Steigerung im vergangenen Jahr 2011 noch einmal um rund 3,5 Prozent verteuert. Bei Hartholz ist es zu Preisanstiegen von rund drei Prozent gekommen. Zudem haben sich Kostensteigerungen in den Segmenten Lack und Leim, Furnier, Verpackung und Transport ergeben. In welchem Umfang diese Steigerungen an den Markt weitergeben werden können, wird sich gegen Jahresende zeigen und differiert sicherlich stark von Hersteller zu Hersteller.
Mittelfristig ist mit einer weiteren Verteuerung des Rohstoffes Holz zu rechnen. In den Bundesländern ist eine zunehmende Tendenz dahingehend zu beobachten, das wirtschaftliche Flächen aus Umwelt-, bzw. Naturschutzgründen aus der Nutzung genommen werden. Mit der Ausweisung von Nationalparks wird die Bewirtschaftung tendenziell eingeschränkt, was das Holzangebot weiter verringert. Da auf der anderen Seite eine zunehmende Nutzungskonkurrenz zur energetischen Verwertung von Holz zu beobachten ist, entsteht weiterer Druck auf das Angebot und die Preise. Die beabsichtigte Energiewende der Bundesregierung hin zu einer nachhaltigen Erzeugung von Wärme und Strom ist grundsätzlich zu begrüßen, muss jedoch auch die stoffliche Nutzung des Holzes in die Überlegung einbeziehen (Kaskadennutzung).
Nach einem leichten Rückgang zu Beginn des Jahres 2011 und einem Anstieg im zweiten Quartal ging das Produktionsvolumen der vdp-Mitgliedsbetriebe im dritten Quartal leicht um 0,9 Prozent auf 2,2 Millionen Quadratmeter zurück. Dies ergab eine interne Umfrage des vdp. In der Summe der ersten drei Quartale betrug der Zuwachs 0,5 Prozent auf 6,9 Millionen Quadratmeter. Der Produktionsanstieg betraf vor allem die Segmente Mosaik- und Mehrschichtparkett, während die Produktion von Stabparkett leicht rückläufig war. Dabei zeigte das beim überwiegend im Wohnbau eingesetzte Mehrschichtparkett analog zu den ersten drei Quartalen ein Plus von 0,5 Prozent auf 6,5 Millionen Quadratmeter. Das Produktionsvolumen von Massivparkett hingegen sank um 1,1 Prozent auf 413.000 Quadratmeter. Eine positive Ausnahme stellen einmal mehr die Landhausdielen dar, deren Produktionsvolumen sich von Januar bis September 2011 um 41,9 Prozent auf rund zwei Millionen Quadratmeter erhöhte.
Die zeitlich verzögerte Produktionsstatistik des Statistischen Bundesamtes für das erste Halbjahr 2011 stimmt im Wesentlichen mit den Ergebnissen der vdp-Umfrage überein, wenngleich die positive Tendenz im Referenzzeitraum in der amtlichen Statistik noch deutlicher ausfällt. Demnach nahm die gesamte deutsche Parkettproduktion von Januar bis Juni 2011 um 1,7 Prozent auf 5,6 Millionen Quadratmeter zu. Der entsprechende Produktionswert erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 124,3 Millionen Euro, was auf Preiserhöhungen schließen lässt. Diese Preiserhöhungen betrafen alle Segmente der Parkettproduktion bis auf Mosaikparkett, dort blieb das Preisniveau stabil.
Die Baunachfrage im Bereich des Wohnbaus bleibt im laufenden Jahr ausgesprochen positiv. Von Januar bis August lagen die Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Zahl der genehmigten Wohngebäude lag mit rund 75.500 um 22,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Wohnfläche der genehmigten Gebäude stieg noch deutlicher um 23,2 Prozent auf 15,1 Millionen Quadratmeter. Dieser positive Trend dürfte sich bis Ende des Jahres fortsetzen.
Die Baunachfrage im Nichtwohnbau entwickelt sich 2011 – insbesondere gemessen an der Zahl der genehmigten Gebäude – deutlich langsamer als im Wohnbau. Die Zahl der genehmigten Objektbauten blieb von Januar bis August 2011 mit einem leichten Minus von 0,8 Prozent auf rund 20.600 stabil, die Nutzfläche stieg dagegen um 5,6 Prozent auf 19 Millionen Quadratmeter.
Die Nachfrage im Bereich der Modernisierung der bestehenden Bausubstanz entwickelt sich derzeit im Wohnbau leicht positiv. Die Zahl der genehmigten Baumaßnahmen stieg im Wohnbau von Januar bis August 2011 leicht um 5,2 Prozent auf rund 32.800, sank dagegen im Objektbau um 1,5 Prozent auf rund 12.700 Einheiten. Während es im Wohnbau zu einem Flächenanstieg um 8,3 Prozent auf 2,2 Millionen Quadratmeter kam, erhöhte sich die genehmigte Nutzfläche um 11,2 Prozent auf rund 2,7 Millionen Quadratmeter. In allen Bereichen wurde im Sommer des laufenden Jahres eine Verfestigung des positiven Trends registriert.
Um die positive Entwicklung der Parkettindustrie weiter zu befeuern, wird der vdp übrigens auf der kommenden domotex in Hannover vom 14. bis 17. Januar 2012 mit einem eigenen Messestand vertreten sein. Im Rahmen des diesjährigen Messe-Schwerpunktes, des „Wood Flooring Summits“, wird der vdp in Halle 9 an Stand E40 Flagge zeigen und potenzielle Interessenten aus Industrie, Handel und Handwerk von den Vorzügen deutschen Parketts und einer Mitgliedschaft überzeugen, um so die Schlagkraft des Verbandes und seiner Mitglieder weiter zu verstärken.
Der Verband der deutschen Parkettindustrie e.V.
Der Verband der Deutschen Parkettindustrie e.V. (vdp) wurde 1950 in Wiesbaden gegründet. Seit 2006 befindet sich die Geschäftstelle in Bad Honnef. Zurzeit sind 20 Parkett-Hersteller, die mehr als 90 Prozent der deutschen Parkettproduktion repräsentieren, und fünf Fördermitglieder im vdp organisiert Auf seiner Website www.parkett.de informiert der vdp Fachleute und Endverbraucher über alles Wissenswerte rund um das Parkett.
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