In seinem 75. Jahr hat der vdp einen schmerzlichen Verlust erlitten. Unserer lieber Verbandskollege Bernhard ter Hürne verstarb am 30. September 2025 nach kurzer, schwerer Krankheit. Er war seit dem 18. Mai 2018 Teil des Vorstands und hat die Arbeit des Verbandes immer mit voller Energie und mit Leidenschaft für Parkett bereichert. Insbesondere seine Ideen zur Parkettvermarktung beim Endkunden waren immer von hohem Nutzen für uns alle.
Bernhard ter Hürne war ein engagierter Familienunternehmer, der auch in schwierigen Zeiten stets Optimismus und Menschlichkeit bewiesen hat. Mit der Übernahme der Geschäftsanteile seines Bruders sah er es als seine Pflicht, die Zukunft für die nächste Generation aktiv zu gestalten. Dieses Verantwortungsbewusstsein war für ihn als Familienunternehmer und als Vater selbstverständlich. Gerade jetzt zu Weihnachten wünschen wir seiner Familie viel Kraft und drücken unser tiefstes Mitgefühl aus.
Die Neuordnung des Vorstandes ist für die Mitgliederversammlung im neuen Jahr geplant. Dort soll dann auch das 75. Jubiläum des Verbandes nachgefeiert werden. Gründungsdatum ist der 24. November 1950.
Europäische Parketthersteller wehren sich erfolgreich
Auf politischer Seite bestimmte der Kampf gegen staatlich subventioniertes Dumpingparkett aus China die Arbeit des vdp. Dieser Konflikt mutet wie ein Kampf von David gegen Goliath an. Denn seit Jahren fluten chinesische Staatskonzerne den deutschen Markt mit künstlich verbilligtem Parkett. Zuletzt machte chinesisches Parkett über die Hälfte des deutschen Markts aus. Weil auch andere europäische Hersteller davon betroffen waren, initiierte die European Parquet Federation (FEP) im letzten Jahr eine offizielle Beschwerde bei der EU-Kommission. Unterstützt wurden diese Beschwerde und die nachfolgende Untersuchung von namhaften deutschen Herstellern.
Dieses rechtstaatliche Verfahren war erfolgreich: Nach umfangreichen Untersuchungen belegte die EU-Kommission chinesisches Dumping-Parkett rückwirkend ab Oktober 2024 bis ins Jahr 2030 mit einer Höhe von 21,3 bis 36,1 Prozent. Von diesen Zöllen konnten die deutschen Parketthersteller profitieren: Insgesamt legte der Parkett-Absatz der vdp-Mitglieder im ersten halben Jahr um 11 Prozent zu. Insbesondere im 3-Schicht-Segment, das besonders im Fokus der chinesischen Dumping-Anbieter steht, stiegen die Absatzzahlen. Die verkaufte Menge legte hier um 25 Prozent auf 1,6 Millionen Quadratmeter zu. Dieser Zuwachs auf deutscher Seite ging mit einem massiven Import-Rückgang von chinesischem Parkett einher. Um 50 Prozent gingen die Importe im ersten halben Jahr zurück.
Aber hier zeigt sich auch eine Krux der aktuellen Entwicklung. Denn die deutschen Hersteller konnten von dem Importrückgang nicht in dem gleichen Maße profitieren, wie andere europäische Hersteller. Vor allem diese stoßen in die Lücke, die der Importrückgang aus China hinterlassen hat: Die Einfuhren aus Österreich, Litauen, Polen und der Schweiz nach Deutschland stiegen nämlich jeweils um 40-80 Prozent.
Vdp-Präsident Michael Schmid erklärt abschließend: „Alles in allem sind die Antidumpingzölle der EU positiv zu bewerten. Sie sorgen wieder für faire, marktwirtschaftliche Spielregeln auf dem Parkettmarkt. Zwar müssen sich die deutschen Hersteller den Erfolg mit anderen europäischen Herstellern teilen, aber immerhin stiegen die Absätze wieder. Dennoch: Wir bewegen uns nach den katastrophalen Einbrüchen der letzten Jahre immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt, wenn die Baukonjunktur erst richtig anspringt. Erste positive Anzeichen dafür gibt es bereits: Die Baugenehmigungen bei Einfamilienhäusern legen weiter zu. Wir können nicht anders, als hoffnungsvoll ins neue Jahr zu blicken.“
Bildmaterial:
- Bernhard ter Hürne (†30.09.2025)
- Journalisten besuchen im Rahmen der HDH-Pressereise die Parkettfertigung der Firma jaso GmbH.
- Mitgliederversammlung in Bad Honnef im Juni.
